SamRamJamming-Session

7 neue Fragen an SamRamJam


These sharks of yours have no etiquette...
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These sharks of yours have no etiquette...

Kleines Update vorweg: Der neue, fluffig-schnuffig überarbeitete Fragebogen hat in der jetzigen Fassung schon 29 zusätzliche Fragen, also wetzt schonmal eure Federkiele, da gibts ne Menge zu beantworten - oder schreibt noch ein paar Vorschläge für zukünftige 7 Fragen in die Kommentare!

Und heute? Heute gibts nicht nur Spoiler durch Smallville-Autogramme und endlich eine Würdigung für Green Lantern (der wirklich eine echt coole Sau ist), heute verbringt ihr mit SamRamJam eine Nacht in New Orleans! Und wer darauf nicht neidisch ist, der hat quasi gar keine Wahl, den Fragebogen zu beantworten, denn in der Person muss ein Franchise-würdiges Drehbuch schlummern! Also sagt Bescheid und macht mit!

Welches war die passendste Besetzung der gesamten Filmgeschichte, welches die unpassendste? Kolossale Fehlentscheidungen finden hier auch ein Zuhause...

Die passendste Besetzung der Filmgeschichte sind die beiden Hauptakteure aus Walk the Line. Nicht zuletzt weil sie noch persönlich von June und Johnny ausgewählt wurden.

So richtig passend oder unpassend funktioniert doch eigentlich auch nur bei historischen bzw. realen Peronen?! Also zumindest hat man da einen Vergleich. Ansonsten kann man sich natürlich bei jeder Besetzung darüber streiten. Wäre The Dark Knight, und vor allem der Joker darin, ein ähnlicher Erfolg geworden wenn der Joker von jemand anderem als Heath Ledger gespielt worden wäre? Letzlich unmöglich zu sagen, da man nicht weiß wie jemand anderes die Rolle interpretiert und die Zuschauerschaft darauf reagiert hätte. Außerdem hätte dann auch keiner gewusst wie es Heath Ledger gemacht hätte, und man würde das somit auch nicht vermissen können.

Bei den Fehlbesetzungen bin ich mir nicht sicher ob diese wirklich fehlbesetzt wurden oder die Fehler nicht viel eher bei Skript und Inszenierung zu suchen sind? Abgesehen davon dass alle meine Lieblingsfilme fehlbesetzt sind, weil nicht ich für die Hauptrolle gecastet wurde... und die Nebenrolle... alle Nebenrollen...

Was ist das schönste, bzw. was ist das schlimmste Erlebnis, das du jemals in einem Kino hattest?

Das tollste Erlebnis war tatsächlich beim Double Feature von Sharknado und Sharknado 2. Dieses wurde im Kunstkino Hannover gezeigt und einfach mal so gar nicht beworben, tatsächlich hing einfach nur in der letzten Ecke ein Plakat, und mit Ecke meine ich Ecke. Ganz unten, so das man sich bücken muss um es zu lesen, gleich zwischen Klotür und Popcorntresen.

Trashfans haben natürlich trotzdem ihre Quellen und der Saal war erstaunlich gut gefüllt, so ca. 30 Leute. Einer feierte Junggesellenabschied und erschien gleich im passenden Hai-Plüsch Kostüm. Die Stimmung war richtig bombig, alle haben im Film zwischen gesabbelt, gelacht und rumgerufen. Dann noch endlose Hai Witze (Junggesellenabschied= Hairaten, gell? Was für ein mega Witz, ein Hailight, dafür gibt es Hai Five. Solche Dinger). Alle warfen ihr Popcorn durch die Gegend (und später besudelten sich alle mit Bier und was man an Mischgetränken halt noch so dabei hatte. Die arme Putzfrau, es sah da aus wie nach einer Essensschlacht). Ich war Fahrer an diesem Abend und trank keinen Alkohol, aber nach etwaigen umgekippten Getränken konnte man schon allein vom Geruch angenehm benebelt werden. Dabei entwickelte sich alles ganz natürlich, wir stürmten nicht rein und benahmen uns daneben, sondern die Stimmung wurde einfach immer lustiger und wilder. Am Ende, wo der Hai auf dem Empire State Building aufgespiest wird, riefen alle fröhlich "USA, USA!" in voller Lautstärke. Dann liefen alle fröhlich aus dem Kino.

Draußen fand irgendein feiner Hokus Pokus statt, mit Sektempfang und feiner Gesellschaft. Also die Art von Gesellschaft wo die Männer wie Pinguine rumlaufen und die Frauen alle dicke Klunker um den Hals tragen und alle den kleinen Finger vom Glas spreizen beim Schampus saufen. Und dazu dann wir, überzogen mit Essensresten und triefend vor Alkohol. Dieses Aufeinandertreffen und deren Blicke sind unbezahlbare Momente. Übrigens riefen wir immer noch alle laut "USA, USA!" als wir hinaus strömten. So ein Sieg gegen einen Haitornado muss schließlich gebührend gefeiert werden.

Aber ich glaube, man muss bei solchen Sachen selber dabei gewesen sein um sie richtig zu schätzen. Das ganze lebt von der tollen Stimmung und Atmosphäre, weniger von einem einzelnen Erlebnis.

Wie sah die absurdeste, komischste, romantischste oder einfach nur filmreifste Szene deines Lebens aus? Uuuuuuuuund... ACTION!

Wahrscheinlich reicht's nicht für ein Drehbuch, aber im Mai hatte ich meine eigene kleine Version von Hangover. Und zwar war ich in Louisiana unterwegs. Nach einer Tagesetappe von Lafayette nach New Orleans (mit Besichtigungs-Stops in verschiedenen Orten dazwischen, inklusive einer Alligator-Bootstour irgendwo im Sumpf) waren alle in der Gruppe müde (und quälten sich wahrscheinlich noch mit der Zeitumstellung) und legten sich im Hotelzimmer schlafen. Da Urlaub viel zu schön ist um ihn zu verpennen, beschloss ich, auf eigene Faust die Stadt ein bisschen zu erkunden und irgendwo ein Bier zu trinken. Das war so gegen 16 Uhr. Was dann alles folgte ist eigentlich zu viel um alles aufzuzählen.

Es fing auf jeden Fall in einer kleinen Kneipe an, wo russische Touristen unterwegs waren und fleißig Wodka tranken und teilten. Dann war ich irgendwo bei einem Rock Konzert und sang mit einer Kellnerin auf dem Tisch. Später lief ich in einen Halloween-Laden weil ich Monstermasken draußen gesehen hatte, aber es stellte sich seltsamerweise als Dildo-Laden heraus. Irritiert lief ich weiter und landete auf der Polizeiwache, wo ich versucht habe ein T-Shirt aus dem Automaten zu ziehen (die haben da tatsächlich T-Shirt Automaten aufgestellt wo man sich NOPD-Shirts holen kann) und mich aufgeregt habe, weil der doofe Automat mein Geld nicht wollte. Nach einem längeren Gespräch mit einem Polizisten und dem Versprechen, mich für den Rest des Abends zu benehmen, durfte ich wieder durch die Stadt ziehen. Zwischen dem ganzen Licht und Schatten, an die ich mich erinnere, war ich noch irgendwann im Ghetto (wenn man das so sagen darf, auf jeden Fall war da alles runtergekommen, kaum beleuchtet und es stank, weswegen ich mich da schnell wieder aus dem Staub machte) und in einem Voodoo-Laden, aber ich weiß nur noch, dass mir die Voodoo Mama Angst gemacht hat und ich schnell weiterlief. Dann muss ich irgendwo Touristen aus Colorado getroffen haben, mit denen ich in einem Strip Club landete (das war übrigens ein Ehepaar, lustig dass die Frau da mit rein gegangen ist). Mit dem Colorado-Pärchen muss ich den größten Teil des Abends verbracht haben, wir saßen überwiegend draußen in so einer Art Winter- oder Biergarten mit Lagerfeuer, wo wir fleißig Bier tranken und uns über Deutschland und die USA unterhielten.

Irgendwann wurde ich müde und wollte wieder zurück ins Hotel. Das Pärchen versprach mir noch, mich bei meinem Einbürgerungsantrag zu unterstützen (den ich da scheinbar stellen wollte? Na egal.) und ich landete irgendwie in einer Lesbenkneipe, die sehr abgelegen lag. Ich weiß nicht mehr wieso, aber irgendwann tanzten wir auf der Straße. Nachdem wir irgendwann genug getanzt hatten, brachte mich die Köchin der Bar zurück zu meinem Hotel und wir knutschten noch ein bisschen davor rum, das war auch sehr nett. Gegen vier oder fünf war ich dann im Hotel zurück. Ein paar kleinere Begegnungen und Unterhaltungen habe ich ausgelassen u.a. mit irgendeinem Harley Davidson Club deren Maschinen ich bestaunte. Die Nacht war sehr sehr BUNT.

Am nächsten Tag schlief ich hauptsächlich den Kater aus, lediglich gegen Abend unternahm ich noch eine Tour auf so einem Schaufelraddampfer auf dem Mississippi, wo ich aber hauptsächlich versucht habe, den frischen Fahrtwind aufzuschnappen. Die haben in New Orleans im Mai über 30 Grad und 95% Luftfeuchtigkeit - in Verbindung mit einem Kater ist das echt übel. Den Rest der Reise verzichtete ich auf Alkohol. Es gab noch viele schöne Sachen zu sehen, aber dieser eine Abend wird mir immer in Erinnerung bleiben... oder wenigstens die Teile an die ich mich noch erinnere... Aber vielleicht ist das ja auch so eine Sache die man nur lustig findet wenn man sie selbst erlebt hat?!

Wenn deinem Leben ein Soundtrack gegeben werden müsste, welchen würdest du wählen? Und warum?

Wie ist das gemeint? Darf ich mir einen Soundtrack aus Liedern zusammenstellen, oder soll ich einen bereits bestehenden Soundtrack nennen? Mein bester Freund und ich haben mal eine lustige Idee gehabt, von der ich gerne erzähle. Vielleicht will das ja jemand im Freundeskreis nachmachen.

Und zwar haben wir uns gegenseitig Lebens-Soundtracks geschenkt, voll mit Liedern die uns durchs Leben begleitet haben. Dann haben wir diese beim Bier zusammen gehört und uns erzählt, warum welches Lied da drauf ist und für welche Phase des Lebens das jeweilige Lied steht.

Die Zusammenstellung hat dabei richtig Spass gemacht, und es gab erstaunlich viele Parallelen zwischen unseren CD's. Also jetzt nicht von den Liedern, aber von bestimmten Abschnitten im Leben. So hatte jeder von uns so einen Herzschmerz Schmachtfetzen drauf, den man sich tausendmal anhört, wenn die erste große Liebe vorbei ist und man sich im eigenen Mitleid suhlt und denkt, man erleide gerade die größten Qualen der Menschheitsgeschichte. Bis man irgendwann feststellt, dass Liebschaften kommen und gehen. Sicherlich, Trennungen sind danach immer noch schmerzhaft, aber bei weitem nicht so schlimm wie beim ersten Mal. Außerdem weiß man da, dass das Leben weitergehen wird und mehrere Deckel auf den Topf passen.

Weitere Überschneidung war ein Intro aus einer Kinderserie (meins war das Titellied von Ranma ½, surprise surprise).

Intressanterweise waren aber die meisten Lieder gar nicht die, die man selber gerne hört, sondern irgendein Quark, der einfach in einer bestimmten Zeit im Radio rauf und runter lief und einen so an einen bestimmten Sommer o.ä. erinnert, selbst wenn man das Lied gar nicht mag. Jeder kennt das, wenn man eins dieser nervigen Pop-Lieder aus den 90ern (oder je nach Alter auch aus den 80er, 70ern, 60ern usw.) im Radio hört und nicht wegschaltet. So unsäglich Gruppen wie Mr President und Co. auch gewesen sein mögen, für solche kurzen Momente kommt es einem so vor, als wenn man wieder das eigene Lebensgefühl aus dieser Zeit erschnuppert.

Hat jedenfalls Spass gemacht, und die Trackliste war bei uns beiden am Ende dann doch sehr weit weg von dem, was jeder für sich am Anfang gedacht hätte.

Ansonsten kann ich die Frage aber nicht beantworten. Ich könnte jetzt sicher irgendeinen Soundtrack nennen der mir einfach selber gut gefällt, aber das Leben ist viel zu facettenreich, um da eine bestimmte musikalische Einfärbung den Vorzug zu geben. Die Soundtrackfrage sollen die klären, die mein Leben verfilmen wollen.

Welchen großen, hochgelobten Klassiker oder Kultfilm magst du insgeheim überhaupt nicht? Welche Lücke in deinem Filmwissen hast du bisher geheim gehalten? Wir verraten es auch keinem...

Ganz seltsam ist, dass ich die Quentin Tarantino-Filme nicht mag. Obwohl ich, von meinem sonstigen Filmgeschmack ausgehend, eigentlich ein großer Fan sein müsste. Ich gehe sogar so weit, zu behaupten, dass meine Filme, wenn ich denn welche drehen würde (und das unbestrittene schreiberische Talent von Tarantino hätte) ganz ähnlich aussehen würden. Ich habe bislang noch nicht herausgefunden, was mich an seinen Filmen stört, denn rein formal kann man ihnen nichts vorwerfen. Auch gehe ich nicht mit negativen Erwartungen an seine Filme ran, oder dem festen Vorhaben, sie doof zu finden, um gegen den Strom zu schwimmen oder so einen Quatsch. Tatsächlich freue ich mich jedesmal im Vorfeld, weil die Trailer so gut aussehen und die Storys sich toll anhören. Aber seit Kill Bill: Volume 1 sitze ich dann alle paar Jahre im Kino (für die Filme davor war ich zu jung, um sie im Kino zu sehen) und denke mir: Nein, das war wieder nichts.

Aber ich hoffe dass The Hateful Eight klasse wird, denn der Trailer sieht so gut aus, und die Story hört sich so toll an... wer weiß, was mein Problem mit Quentin Tarantino ist?!

Gibt es ein Autogramm, ein Stück Memorabilia, für das du deine Seele verkaufen würdest... oder vielleicht schon hast?

Nö, ich bin gerne auf solchen Fan.Conventions unterwegs wie z.B. dem Weekend of Horror, wo man dann alle möglichen B-Stars mal in Echt sehen, und gegen Geld ein Autogramm bekommen kann. Ich sammle Autogramme zwar nicht, und würde auch bestimmt nicht jeden Preis für eines zahlen, aber hier und da hole ich mir dann schon ganz gerne eines. Das coolste das ich besitze ist dabei das von John Schneider. Die meisten kennen ihn wahrscheinlich eher aus der Serie Ein Duke kommt selten allein. Er war sogar mit dem Filmfahrzeug General Lee da, und man konnte auch Bilder mit ihm vor dem Auto machen. Ich wollte aber ein Autogramm von ihm, weil er auch den Jonathan Kent in der Serie Smallville spielt. Und er hatte sich sichtlich gefreut, dass ihn auch mal jemand aus etwas anderes als den Dukes kennt, und so haben wir ein bisschen über Smallville (und Lake Placid 2) geplaudert. Zu dem Zeitpunkt war die finale Staffel von Smallville in Amerika bereits ausgestrahlt, in Deutschland aber noch nicht. Das wusste John Schneider aber wahrscheinlich nicht, denn durch einen Satz auf der Autogrammkarte hat er mir quasi das Ende ein bisschen gespoilert.

Cool finde ich es trotzdem, denn wer wurde schon von einem der Hauptdarsteller seiner Lieblingsserie gespoilert?

Wenn du einen Film hättest vollkommen anders machen können, welcher wäre es, und wie hätte er ausgesehen?

Neben Superman ist Green Lantern mein Lieblingsheld. Vor der Verfilmung kannte den keiner, und wenn ich den mal irgendwo erwähnte, hieß es immer nur: Wer? Kenn ich nicht. Seit dieser Verfilmung heißt es aber immer: Was? Den magst du?

Ich muss dazu sagen, dass ich den Film nie gesehen habe - und es auch nicht vor habe. Aber Hal Jordan als Green Lantern ist ein cooler Held - schade, dass das keiner gerafft hat, weil sie ihn nur mit diesem Film gleichsetzen. Da ich den Film nicht gesehen habe, weiß ich nicht, was da genau falsch lief, aber man kann sich das ja ungefähr denken. Nichtssagendes Drehbuch, CGI-Überdosis, unmotiviert wirkende Schauspieler... das Problem von so vielen Blockbustern eben. Diesen Film hätte man aber offensichtlich anders angehen müssen. Gute Grundlagen für eine Story gibt es in den Comics genug (z.B. Blackest Night oder den Sinestro Corps War).

Ein Trost ist es aber, dass Green Lantern dennoch irgendwann eine vernünftige Filmversion (ob nun eigenständig oder im JLA-Film) bekommen kann.

moviepilot Team
Kängufant Andreas Gerold
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Lovely, in a fluffy, moist kind of way.
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